Auf in den Westen

Tag 159


12.02.2019

Moin ihr lieben Blogleser, hier kommt flugs hinterher der nächste Blogeintrag. Es hat sich dann doch ein wenig Geschriebenes angesammelt in den letzten Tagen.

Nach dem Frühstück erledigten wir an diesem Dienstag ein paar Kleinigkeiten (Einkaufen, Wasser holen, Tanken, Reifendruck prüfen…) und fuhren nachmittags los zu den ‘Grampians’. Einem Gebirgszug etwa zwei Stunden nördlich gelegen von Portland.

Einen kleinen Zwischenstopp gab es auf einem Cricket Feld, auf dem eine ganze Herde östlicher grauer Riesen Kängurus graste. Diese ließen sich durch uns und die anderen Touristen nicht vom weiteren Grasen abhalten. Aber wir konnten dafür schön nah an diese heran.

Abends kamen wir auf unserem Campingplatz mitten im Wald an. Ein paar Wallabys konnten wir auch hier zum Glück wieder sehen.😍

Tag 160


13.02.2019

Früh ging es heute mal ausnahmsweise aus den Federn raus. Wir wollten endlich wilde Emus sehen und Philip hatte uns für heute eine 7 km lange Wandertour rausgesucht.

Die Emus hakten wir schon auf dem Hinweg zum ‘Wonderland Carpark’, unserem Ausgangspunkt für die Wanderung, ab. Auf einem Grundstück entdeckten wir diese. Zuerst dachten wir, sie wären in privater Haltung auf einer Weide (hier gibt es ja einige Emu Farmen), aber tatsächlich waren auch welche vor dem Zaun unterwegs. So sahen wir hier unsere ersten wilden Emus in Australien.

Die schöne und anstrengende Wanderung führte durch den ‘Grand Canyon’ (ja, wie soll man es sagen, ganz so wie sein Namensvetter in Arizona sieht er dann nicht aus, aber durchaus auch sehr schön!🤔) und die ‘Silent Street’, einer engen Passage zwischen hohen Steinwänden, hindurch bis zum ‘Pinnacle’, einer spektakulären Aussichtsfelsformation (als Plattform würde ich das nicht bezeichnen wollen😁). So erzählte man mir zumindest später. Mit ‘man’ ist natürlich Philip gemeint und noch eine andere Wanderin. Ich lugte nur am Anfang des Aussichtspunktes nach unten und hatte schon genug an Aussicht.😥
Man muss es mit der Höhe ja auch nun wirklich nicht übertreiben.

Philip der Mutige zeigte mir dafür später die Fotos.☺

Nach dem die Knie fordernden Rückweg zum Parkplatz gab es erst einmal Mittagessen und dann fuhren wir noch zu zwei Aussichtspunkten an den ‘Mckenzie Falls’.

Für heute war ein kleiner Campingplatz an einem Fluss auserwählt und da wir am späten Nachmittag bereits dort ankamen, hatten wir noch jede Menge Zeit zum Ausruhen und Vögel beobachten.

Keine Pennantsittiche oder Rosakakadus. Dafür kleine entzückende ‘Superb Fairywrens’, auf deutsch ‘Prachtstaffelschwänze’ die ekstatisch hüpften und tirrilierten.

Tag 161


14.02.2019

Nach dem Frühstück hatte Philip eine kleine Überraschung geplant, die ich allerdings während der Fahrt dorthin aus Versehen erriet, weil ich mir das heimlich so gewünscht hatte. Nach der 170 km Fahrt kamen wir nämlich wieder auf unserem Lieblingscampingplatz ‘Sawpit’ nahe Portland an.😊😊Juhu!!!

Wir hatten ja durch die ‘Grampians’ nur einen Umweg durch den Norden gemacht und da es uns insgesamt an der Küste entlang in den Westen Australiens zieht, konnten wir getrost nochmal zurück zu unseren geliebten Wallabys und Kakadus.😍

Dort angekommen bekamen diese natürlich wieder etwas Futter von uns und freuten sich scheinbar sehr. Und wir uns erst.:)!!!

Wir kamen dann noch ins Gespräch mit dem einen oder anderen Nachbarn, verbrachten ansonsten einen ruhigen restlichen Abend.

Achja, heute schrieb uns Jo noch einmal, unsere vormalige Arbeitgeberin, ob wir nicht am Samstag nochmal für ein paar Stunden Zeit hätten und helfen wollen würden. Wir sagten sofort zu, da wir passenderweise gerade ja nicht allzu weit weg logierten. So planten wir kurzerhand etwas um und die Weiterfahrt in den Westen sollte auf Samstag verlegt werden.

Tag 162


15.02.2019

Während Philip seine Programmieraufgabe für die Bewerbung bei der Firma löste, die er zusätzlich zum ersten Vorstellungstelefonat erhalten hatte, ging ich joggen und photographierte und zeichnete danach etwas.

Nachmittags machten wir uns auf die Reise nach ‘Merino’, um dort in der Nähe von unserer Arbeit zu sein.

Später abends führte Philip dann ein zweites Bewerbungsgespräch mit einer anderen Firma. Auch wieder sehr souverän und gekonnt!😎

Tag 163


16.02.2019

Um 7 Uhr begannen wir mit der Arbeit bei Jo und ihrem Mann Brandon. Wir freuten uns beide nochmal wieder zu sehen und arbeiteten entspannt vor uns hin. Zuerst gab es einige Gartenarbeiten zu erledigen (Palmenblätter und Laub harken, Wildkraut zupfen, Rasenkanten schneiden...) dann halfen wir beim Aufstellen eines sehr schweren Spielhauses für die Kids und führten ein paar kleinere Arbeiten im Haus durch. Wäsche aufhängen und Fensterrahmen reinigen.

Nach leider nur drei Stunden war alles erledigt, aber Kleinvieh macht bekanntlich ja auch Mist. Mit dem verdienten Geld und ein paar leckeren Pflaumen in der Tasche, verabschiedeten wir uns von den beiden nettesten Chefs und bekamen noch den Tipp, dass in ‘Casterton’, der Nachbarstadt heute eine Parade sein sollte.

In Casterton angekommen kamen wir in den Genuss der Livemusik zur Feier des 150 jährigen Bestehens der Casterton Band. Danach paradierte diese zusammen mit anderen Bands des Ortes über die Hauptstraße und zurück.

Nach dieser netten Erholpause fuhren wir in das über 100 km entfernte ‘Naracoorte’, überquerten dabei die Grenze nach Südaustralien (Achtung, nun haben wir statt 10, nur noch 9.5 Stunden Zeitverschiebung zu Deutschland:)) und gelangten zum Weltnaturerbe mit einigen Höhlen in Naracoorte. Eine der zig Höhlen, die ‘Stick Tomato Cave’ die keiner Führung bedurfte, erkoren wir uns zur Besichtigung aus und genossen die Kühle und Stille des faszinierenden Bauwerkes der Natur.

Nach einer kurzen Weiterfahrt machten wir an diesem heißen Tag einen Stop an einem künstlich angelegten Badesee, der uns wunderbar erfrischte. Dort verweilten wir einige Zeit, bevor es zum 50 km entfernten Campingplatz ging. Diesen teilten wir uns nur noch mit einem anderen Pärchen.

Philip haute in die Keyboardtasten, während ich mich sportlich betätigte. Und als ich mich danach schon mal ins Bett begab, hatte ich die Ehre noch ein schönes Privatkonzert mit Stücken von Udo Jürgens und Peter Maffay zu erleben. Ein Traum und das unter dem australischen Sternenhimmel. Besser gehts doch nicht.😊


Tag 164


17.02.2019

Nach Frühstück, Frühsport beziehungsweise Keyboardfingerübungen tuckerten wir gegen 11.00 Uhr los und verließen den von Nasenkakadus bevölkerten Campingplatz gen Westen. Mehr als 250 km standen heute auf unserem Plan. Allerdings mit einigen Sehenswürdigkeiten, die zum Pausieren einluden.

So kamen wir an einem Riesenhummer und zwei Salzseen, (die zu bestimmten Zeiten rosa schimmern sollen) vorbei. Eine kleine halbstündige Wanderung zu einer Pelikan Beobachtungshütte an einem Salzsee machten wir am ‘Jacks Point’. Auf dem Weg begegneten wir einer Schlange, die aber sehr fix unseren Blicken entschlängelte. Pelikane sahen wir nicht am Beobachtungsposten, sondern bereits am Parkplatz. Aber sich die Beine zu vertreten tat schon gut.

Überraschenderweise setzten wir mit einer kleinen kostenlosen Autofähre zu unserem Campingplatz ‘Narrung Ferry Landing Camp Area’ über. Dort suchten wir uns auf dem gemütlichen kleinen grünen Plätzchen eine Schlafbucht und wanderten zum Steg, weil es dort von Seevögeln, vor allem von Pelikanen wimmelte.😁

Ansonsten genossen wir den restlichen Tag in Ruhe und erholten uns von der Autofahrt.

Tag 165


18.02.2019

Gegen 11 Uhr setzten wir heute mit der Fähre wieder über und passierten nach einiger Fahrzeit die ‘The Big Olive’, ein stark vergrößertes Modell zweier Oliven unterschiedlichstem Reifegrades. Dem kleinen Feinkostladen nebenan (wie soll es auch anders sein, wenn da zwei riesige Oliven stehen, MUSS es ja quasi ein Olivenfeinkostladen sein😁) statteten wir einen kleinen Besuch ab und bekamen einige Kostproben verschiedener Olivenöle zu kosten. Da gibt es doch einige Unterschiede im Geschmack.

So perfekt gestärkt fuhren wir gleich zum nächsten gesunden Ziel. Einem Gemüse- und Obstfachhandel. Wunderbare Auswahl und alles günstiger als im üblichen Supermarkt. Mit Gemüse und Obst für die nächsten drei Tage eingedeckt (mjamm Vitamine🤗) zog es uns zum schönen Städtchen mit dem deutschen Namen ‘Hahndorf’.

Ursprünglich eine deutsche Siedlung, die inzwischen allerdings dann doch deutlich an germanischen Aspekten abgenommen hat. Aber dennoch eine schöne Touristenstadt, mit einigen Steinhäusern, was für Australien doch recht untypisch ist. Auch Fachwerkhäuser brillierten hier ab und an und sogar das ein oder andere bayrisch (jap für Australier ist Deutschland = Bayern; Bayern = Deutschland) anmutende Lokal blitzte zwischen Geschäften hervor. Faszinierend!

Wir hatten große Hoffnungen bei unserer ewigen Suche nach gutem Brot auf eine deutsch klingende Bäckerei mit dem Namen ‘Ottos Bakery’ gesetzt und wahrhaftig gehofft, uns endlich mal wieder vernünftiges Brot zu ergattern. Eines der Lebensmittel die hier wirklich nicht zu bekommen sind (der heilige Gral Australiens sozusagen) Vollkornbrot oder zumindest kein pures weiches schwabbeliges Weißbrot das wäre doch mal was.🙄

Wir haben ja im Grunde schon keine großen Ansprüche mehr. Tja aber auch das Hoffen war hier umsonst. Geradezu ernüchtert betrachteten wir das Brotangebot, das noch schlimmer war, als in den Supermärkten oder Bäckereien. Es gab zwar jede Menge zuckerhaltigen Gebäcks, aber da verzichteten wir dann doch lieber und begnügten uns später mit einem halbwegs normal anmutenden Knusperbrot aus dem ortsansässigen Supermarkt. In einem deutschen Spezialitätengeschäft, in dem es Knorrtütenprodukte (bäh😣) eine gute Auswahl an verschiedenen deutschen Produkten aber auch Milkaschokolade für umgerechnet 12 Euro gab, sahen wir später tatsächlich auch ein paar eingeschweißte Fitness Körnerbrote. Für knapp 6 Euro. Gekauft haben wir da nichts, aber spannend war es trotzdem und ein wenig Heimweh bekommt man da schon. Und naja, das mit dem schlechten Brot ist ja auch eher ein Luxusproblem.

In einem italienischen Geschäft aßen wir einen Hot Dog mit Sauerkraut und Krakauer und genehmigten uns ausnahmsweise mal ein gutes Eis zum Nachtisch. Italienisches Eis eben:). Muss man nicht mehr viel zu sagen oder?

In einer guten Stube mit sehr deutscher und liebevoller Einrichtung (Kuckucksuhren über Kuckucksuhren - eines jeden Uhrenfans Herz hätte hier höher geschlagen), gab es dann noch Brezeln zum mampfen und so gefüllt, tapsten wir durch die Stadt und genossen das gemischte Ambiente. Durch zwei anregende Kunstgalerien (eine davon mit Kunstwerken von Aboriginies versehen) waberten wir und fuhren nach zweistündigem erfrischenden Aufenthalt weiter.

Spät abends kamen wir endlich auf unserem Campingplatz ‘Tarlee Oval’ an und verbrachten den restlichen Abend mit: ‘Blogeintrag schreiben, Fitness, Bilder für den Blogeintrag raussuchen und telefonieren.’ 😁

Nun geht es für uns auch schon wieder in die Federn und damit verabschieden wir uns für heute von euch. Eure etwas Heimweh habenden weiter reisenden Brot jagenden Philip und Conny.